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Das Rheingold
Oper von Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend (1876)
Text vom Komponisten
Vorabend: Das Rheingold
Premiere am 14. November 2009
Wiederaufnahme am 4. Juni 2012
»Wagalaweia! Wallala, weiala weia!« – Drei Frauen baden sich im Glanze ihrer Schönheit. Ihre Reize locken einen als hässlich verlachten Zwerg herbei. Doch nicht nur sein Begehren wird abgewiesen, sondern er selbst wird als Wesen zweiter Klasse erniedrigt. In grenzenlosem Hass verflucht der Verspottete daraufhin die Liebe. Er raubt und zerstört die Schönheit, die ihn quälte, um fortan nur mehr Reichtum und Macht zu begehren. Mit einem selbst geschmiedeten Ring will er sich beides erzwingen. – – Ein Mann, schutzlos, in freier Gegend, erwacht aus tiefem Schlaf. Doch seine Ruhe ist von nur kurzer Dauer, denn alsbald erscheint seine Gattin, um ihn an sein drängendstes Problem zu erinnern: Als Lohn für die Errichtung einer schützenden Heimstatt hat er die eigene Schwägerin verschachert. Wie gedenkt er unbeschadet auszusteigen aus seinem skrupellosen Vertrag? Da gebiert die Kunde vom Diebstahl des verbitterten Zwerges eine nicht minder skrupellose Idee: Warum nicht rauben, was bereits geraubt wurde, um mit dem Beutegut die Rechnung zu begleichen? – – Die allzu schnell erworbene Macht hat die Geltungssucht des Zwerges nur noch vermehrt. So wird er ein leichtes Opfer derer, die ihm seine Schätze, einschließlich des Macht verleihenden Rings, mit brutaler Gewalt entreißen wollen. Er, der sich eben noch allmächtig fühlte, sieht sich erneut erniedrigt und gedemütigt. Als Rache bleibt ihm einzig, den gewaltsam entrissenen Ring mit einem bitteren Fluch zu belegen. Der scheint sich nach nur kurzer Zeit bereits zu erfüllen, als der Streit um den Ring sein erstes Todesopfer fordert. Weitere werden folgen.
Aus dem tiefen Es der Kontrabässe wird eine Welt geboren. 136 Takte lang baut sich im berühmten Vorspiel zum »Rheingold» in immer neuen Schichtungen ein liegender Es-Dur Akkord auf. Doch der scheinbar paradiesische Urzustand erweist sich bald als trügerisch: Der Umgang der als erstes die Bühne bevölkernden Protagonisten ist von Eitelkeit und Neid, Herablassung und Aggressivität gekennzeichnet und führt so zum traumatischen »Urknall« der Geschichte vom Ring des Nibelungen: der Verfluchung der Liebe durch den Nibelungen Alberich.
Folgt man wie ein naiver Zuschauer ohne Kenntnis des Ausgangs von Wagners Tetralogie der sprunghaften, fast filmischen Dramaturgie ihres Vorspiels »Das Rheingold», so scheinen es vor allem archetypische Grundsituationen menschlichen Zusammenlebens zu sein, die Wagner als Voraussetzung für das kommende Drama in harten Gegensätzen nebeneinander stellt: Der Hässliche trifft die Schönheit und wird verlacht; der Anführer sieht sich urplötzlich als Gefangener des zum eigenen Machterhalt geschaffenen Regelsystems; der Eitle wird ein leichtes Opfer der Hinterlist – bis hin zum geradezu »biblischen« Brudermord aus Neid: Fafner erschlägt Fasolt, um den Ring zu besitzen.
Fast wie von selbst aber entsteht aus diesen einzelnen Handlungssträngen heraus ein sich über das ganze Werk legendes Netz an gedanklichen Motiven, dem Netz von Leitmotiven in der Partitur vergleichbar: Schlafen und Erwachen könnte eines dieser Motive lauten, Heimat und Heimatlosigkeit ein anderes.
Dates:
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