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Giacomo Puccini
LA BOHÈME
Libretto von G. Giocosa und L. Illica nach dem Roman „Scènes de la Vie de Bohème“ von Henri Murger
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. 2 ½ Stunden, eine Pause
Erstes Bild
Eine Dachkammer in Paris. Im Winter
Der Maler Marcello und der Dichter Rudolfo versuchen trotz bitterer Kälte zu arbeiten. Marcello schlägt vor, sein Gemälde vom Roten Meer zu verbrennen. Doch stattdessen opfert Rudolfo seine Tragödie, weil das Papier weniger stinkt als die Leinwand. Auch der Philosoph Colline hat kein Geld auftreiben können. Nur der Musiker Schaunard kommt mit beidem: Speisen und Geld. Er ist sehr verärgert, weil niemand die Geschichte hören will, wie er dazu gekommen ist. Ein sonderlicher Engländer hatte ihn gebeten, solange zu spielen, bis der Papagei seines Nachbarn tot umfällt. Das Essen wird für einen anderen Tag aufbewahrt, denn es ist Weihnachtsabend, wo man außer Haus dinieren muss. In diesem Moment kommt der Haubesitzer Benoît, um die Miete einzutreiben. Die Künstler laden ihn ein, machen ihn betrunken und bringen ihn dazu, sich mit einer amourösen Eroberung zu brüsten. Darauf hin heucheln sie Entrüstung und werfen ihn ohne sein Geld hinaus.
Rodolfo hat noch einen dringenden Auftrag zu erledigen, währen die anderen bereits ins Café Momus gehen. Doch bald schon klopft es an der Tür. Es ist Mimì, die junge Nachbarin, deren Kerze im Treppenhaus verloschen ist. Sie ist offensichtlich krank und Rodolfo begegnet ihr sehr rücksichtsvoll. Schließlich zündet er ihre Kerze wieder an. Mimì geht, kehrt jedoch sofort zurück, weil sie ihren Schlüssel vergessen hat. Heimlich bläst sie ihre Kerze aus. Während beide in der Dunkelheit nach dem Schlüssel suchen, berühren sich ihre Hände. Rodolfo überzeugt sie, dass es sinnlos sei, weiter zu suchen, und beginnt, von sich selbst zu erzählen. Als er wissen will, wer sie ist, erzählt Mimì ihre Geschichte.
Von der Straße her hört man die drei Freunde rufen. Rodolfo gibt ihnen zu verstehen, dass er nicht allein ist. So gehen sie allein voraus ins Café Momus. Mimì fragt Rodolfo, ob sie sich dem Fest anschließen darf, und der Akt endet im Bekenntnis ihrer Liebe zueinander.
Zweites Bild
Das Café Momus im Quartier Latin
Die Bohemiens sind zusammengekommen. Rodolfo stellt ihnen Mimì vor und sie nehmen sie mit einem gespielten Zeremoniell in ihren Zirkel auf. Man bestellt auserlesen Gerichte. Alle sind bester Laune außer Marcello, der, wie Rodolfo Mimì erklärt, an gebrochenem Herzen leidet. Da erscheint Musetta, die der Grund für Marcellos Kummer ist. Sie wird von Alcidoro, einem betuchten Bourgeois, begleitet, der ihre jüngste Eroberung ist. Sie kommandiert ihn herum und versucht, Marcellos Aufmerksamkeit zu erregen. Von Alcidoros Biederkeit gelangweilt, stimmt sie ein Lied an, das schildert, wie jedermann von ihrer Schönheit bezaubert ist, und fordert Marcello heraus, ihr zu widerstehen. Schließlich entledigt sie sich Alcidoros, indem sie über Schmerzen im Fuß klagt und ihn wegschickt, um ein Paar neue Schuhe zu besorgen. Kaum ist er fort, liegen sich Musetta und Marcello in den Armen. Der Kellner präsentiert den Freunden die Rechnung, doch das Geld ist bereits ausgegeben. Musetta weist ihn an, den Betrag auf Alcidoros Rechnung anzufügen. Als eine Militärkapelle am Café vorbeizieht, tauchen die Bohemiens in der Menge unter. Dem sprachlosen Alcidoro bleibt nichts anderes übrig, als beide Rechnungen zu begleichen.
Drittes Bild
Ein Außenbezirk von Paris. In der Morgendämmerung
Mimì ist auf der Suche nach Marcello, der wieder mit Musetta zusammenlebt. Er verarbeitet seine Bilder zu Aushängeschildern für Gastwirtschaften, während sie Gesangsunterricht gibt. Mimì, die von Hustenanfällen gequält wird, fleht Marcello an, ihr zu helfen. Ihr Leben mit Rodolfo sei unerträglich geworden, weil er grundlos eifersüchtig ist. Marcello verrät ihr, dass Rodolfo hier ist, bittet sie aber, ihm keine Szene zu machen.
Als Rodolfo aus der Gastwirtschaft kommt, versteckt sich Mimì, bleibt aber in Hörweite. Zunächst beklagt sich Rodolfo bitterlich über Mimìs Flatterhaftigkeit und behauptet, dass er sie deshalb nicht länger ertragen kann. Doch als Marcello ihn drängt, die Wahrheit zu sagen, bricht es aus ihm heraus: er bekennt, dass er weiß, wie es um Mimì steht, und dass er ihr keine Essen und keine Medizin besorgen kann. Mimì bricht in Tränen aus und verrät sich so. Beide umarmen sich leidenschaftlich. Rodolfo gibt vor, überrascht zu sein, aber er kann Mimì nicht überzeugen.
In diesem Moment ist in der Gastwirtschaft Musettas lautes Lachen zu hören. In einem Anfall von Eifersucht rast Marcello hinein. Mimì erinnert sich an frühere glückliche Tage. Sie bittet Rodolfo, ihre Sachen zusammenzupacken. Nur die rosa Haube, die er ihr am Weihnachtsabend gekauft hat, soll er behalten. Beide sind nicht in der Lage, sofort auseinanderzugehen, und einigen sich darauf, bis zum Frühling zusammenzubleiben. Ihr Liebesgeständnis vermischt sich mit den Beleidigungen, die sich Marcello und Musetta gegenseitig an den Kopf werfen.
Viertes Bild
Die Dachkammer. Im Frühling
Wie im ersten Akt versuchen Rodolfo und Marcello zu arbeiten. Sie geben vor, sich nichts aus der Trennung von ihrer früheren Geliebten zu machen. Aber Rodolfo muss unentwegt Mimìs rosa Haube anschauen und Marcello findet, dass sein Unterbewusstsein ganz gleich, was er malen will, immer nur Musettas Gesicht hervorbringt. Die anderen Freunde kommen mit Brot und Hering. Sie tun so als, wären sie auf einem Bankett, das in Tanz und ein verrücktes Duell ausartet. Da stürzt Musetta herein. Sie hat Mimì gefunden, die erschöpft und krank ist. Sie möchte dort sterben, wo sie Mit Rodolfo glücklich war. Es gibt nichts zu essen, keinen Wein, keine Medizin. Als Mimì über kalte Hände klagt, bittet Musetta Marcello, ihre Ohrringe zu versetzen, damit man einen Doktor holen und einen Muff kaufen kann. Beide gehen gemeinsam weg. Colline beschließt, seinen alten Mantel zu opfern, und nimmt Schaunard mit ins Pfandhaus.
Rodolfo und Mimì bleiben allein zurück. Sie bekennt ihm, dass sie ihn immer noch liebt. Beide erinnern sich an ihre erste Begegnung. Sie hatte längst gewusst, dass er den Schlüssel gefunden hatte, als er noch behauptete, danach zu suchen. Musetta und Marcello kommen zurück mit Medizin und einem Muff. Musetta betet für Mimìs Gesundheit, aber es ist umsonst. Rodolfo glaubt, dass Mimì sich nur ausruhe, aber das sorgenvolle Schweigen seiner Freunde verrät ihm die Wahrheit
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