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Anna Karenina ist der Titel eines der großen Romanwerke von Leo Tolstoi, das in den Jahren 1873 bis 1878 in der Epoche des russischen Realismus entstand.
Das Tanz-Stück enthält eine großartige Schilderung aus dem russischen Gesellschaftsleben des 19. Jahrhunderts. Es zeigt in zwölf Szenen die Dreiecksgeschichte, die emotionellen Abgründe und Oberflächlichkeiten. Dieser thematische Fundus wird anschaulich durch die vorzüglichen Tänzer vermittelt.
Das Ballett beginnt mit einer Ballszene. Anna und ihr Mann Karenin, ein hoher Beamter des Zaren, mischen sich unter die Gäste. Karenin ist ein steifer, gefühlskalter Mann, dem sein persönliches Ansehen und die Wertschätzung der Gesellschaft überaus wichtig sind. Er ist stolz auf seine bildschöne und allseits beliebte Frau Anna. Diese allerdings ist in dieser Ehe sehr unglücklich - ihre ganze Zuneigung und Liebe gilt einzig ihrem kleinen Sohn. Während des Ballgeschehens begegnet Anna dem jungen,attraktiven Grafen Wronski. Spontan verlieben sich die beiden ineinander. Sie gesteht ihrem Mann ihre Liebe zu Wronski und bittet ihn um Scheidung. Schon allein wegen seiner Stellung am Zarenhof und des möglichen Geredes in der Gesellschaft lehnt Karenin diese Bitte ab. Als Anna sich weigert, die Ehe mit ihm fortzusetzen, entzieht er ihr den geliebten Sohn. Anna leidet sehr darunter und verlässt gemeinsam mit Wronski Russland, um im fernen Italien Ablenkung zu suchen. Dort leidet sie trotz rauschender Feste unter der Trennung von ihrem Sohn und überzeugt Wronski schließlich, mit ihr nach Moskau zurückzukehren. Hier erlebt sie neue Kränkungen - einerseits durch ihren Mann und andererseits durch die Gesellschaft, die sie wegen ihres Verhältnisses zu Wronski verachtet und ablehnt. Da auch Wronski seine Zeit immer häufiger bei Trinkgelagen mit seinen Offiziersfreunden verbringt, zieht sich Anna immer mehr in die Isolation und in Wahnvorstellungen zurück. In ihrer Verzweiflung sieht sienur einen Ausweg aus ihrer aussichtslosen Situation: in der Dämmerung geht sie zum Bahnhof und wirft sich vor einen herannahenden Zug.
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